Bei unserem Weihnachtsgottesdienst präsentierten wir die private Hilfsaktion von Ameneh. Hier ist ihr Brief von Ende November, den sie ursprünglich für ihre Freunde und Bekannte verfasst hat. Es konnten bereits ca. 40 Familien mit Essen für den Winter versorgt werden. Es gibt inzwischen auch Hilfsaktionen von offiziellen Hilfsorganisation. z.B. Nachbar in Not

Liebe österreichischen Freundinnen und Freunde,

die ihr mir schon so oft geholfen und mir und meiner Familie ermöglicht habt, bei euch in Sicherheit leben und mittlerweile arbeiten zu dürfen.

In großer emotionaler Not wende ich mich erneut an euch, weil mir die Berichte meiner Freunde aus Kabul den Schlaf rauben. Ihre Situation in Afghanistan ist unfassbar schrecklich. Seit der Machtübernahme der Taliban haben viele (auch Lehrerinnen und Lehrer) ihre Arbeit und damit ihr Einkommen verloren, und aufgrund der hohen Inflation sind Lebensmittel unleistbar geworden. Viele Familien haben nichts mehr zu essen und das Straßenbild ist geprägt von hungernden und um ein Stück Brot bettelnden Kindern, die so (oft weinend) um ihr Leben kämpfen. Meine afghanischen Freunde haben bisher versucht, zu helfen, wo es nur geht, und auch Frauen und Kinder in einem kleinen abgelegenen Dorf zu versorgen (Männer gibt es dort kaum mehr, aktuell liegt auch Schnee), doch jetzt ist ihnen selbst das Geld ausgegangen.

Mittlerweile habe ich einen Weg gefunden, wie ich meinen Freunden in Kabul über ein Exchange-Büro, das sowohl in Österreich als auch in Afghanistan Mitarbeiter hat, Geld überweisen kann. Bisher hat es immer funktioniert, das Geld wurde meinen Freunden übergeben. Ich versuche zu helfen, so viel ich kann, aber es reicht nicht, weshalb ich an euch, meine österreichischen Freundinnen und Freunde, gedacht habe.

Nachdem die internationalen Hilfsorganisationen in Afghanistan kaum tätig sein können oder dem Einfluss der Taliban unterliegen, möchte ich diesen privaten Weg nutzen, um mit einem kleinen Rinnsal an Geld zumindest einigen Familien das Überleben in diesem Winter zu ermöglichen.

Ich habe mir ausgerechnet, dass aufgrund des Wertverlustes der afghanischen Währung bereits 40,- Euro reichen, um eine vierköpfige Familie mit Lebensmitteln (v. a. Mehl, Reis und Öl) für den Winter zu versorgen.

Wenn ihr euch an diesem kleinen privaten „Geldrinnsal“ beteiligen möchtet und könnt, bin ich euch unendlich dankbar, denn es soll Lebensader für Hungernde sein. Jeder einzelne Euro bedeutet Brot für Hungernde und wird Leben retten. Jede kleine Hilfe wird so zur großen Rettung für Kinder und Familien, die vom Hungertod bedroht sind. Ich kann diese Spenden über meine Freundinnen und Freunde in die Krisenregion bringen. Meine Freunde sind vertrauenswürdig und können Fotos und Filme schicken, während wir ihnen helfen.

Ich freue mich sehr sehr sehr über jede Hilfe!!!!

Liebe Grüße Ameneh

IBAN meines Spendenkontos: AT25 1200 0100 3531 7568 (lautend auf Ameneh Rezaei), BIC für Überweisungen aus dem Ausland: BKAUATWW

PS: Ich habe dieses Konto bei der Bank Austria nur für diesen Zweck eröffnet und werde davon dem Mitarbeiter des Exchange-Büros zur Sicherheit immer nur kleinere Geldbeträge zum Überweisen geben.